Deutsche Weinkönigin zu Gast bei Moselland

Während ihres Antrittsbesuchs an der Mosel hat die Deutsche Weinkönigin Carolin Klöckner auch bei der Winzergenossenschaft Moselland eG in Bernkastel-Kues einen Zwischenstopp eingelegt. Sie hat sich am 28. Und 29. März 2019 im Rahmen ihrer Tour durch die deutschen Weinanbaugebiete die Mosel und ihren Weinbau angesehen.


Donnerstag, 28. März 2019

Mit von der Partie waren ihre Prinzessinnen Klara Zehnder und Inga Storck sowie die Moselweinmajestäten Laura Gerhardt, Denise Wagner und Bärbel Ellwanger. Als Vertreterinnen für ihre Weinbaugebiete kamen die Gebietsweinköniginnen Anna Göhring (Rheinhessen), Angelina Vogt (Nahe) und Meike Klohr (Pfalz). Traditionell lädt die Moselland eG zum Besuch der Deutschen Weinkönigin Weinhoheiten aus den Gebieten ein, in denen es eine Niederlassung der Moselland eG gibt. 

Bei einem Wettkampf im Rebenbinden mussten die Hoheiten unter Beweis stellen, dass sie spontan auf die Eigenheiten eines Weinbaugebietes reagieren können. Die Erziehungsform Moselherz (siehe Foto) ist nur an der Mosel zu finden. Nach einer Kellerführung sollten die Weinmajestäten ihre gesammelten Eindrücke von den Moselsteillagen zu Papier bringen. Sie gestalteten ein gemeinsames Kunstwerk, das im Nachhinein als Sonderetikett auf einer Riesling Spätlese lieblich angebracht wurde. 

Zu ihrer Reise an die Mosel und dem Amt als Deutsche Weinkönigin hat Carolin Klöckner einige Fragen beantwortet.

Was gefällt dir besonders an der Mosel? Was sind deine Erwartungen an das Anbaugebiet?

Besonders auffällig sind die Sonnenuhren in den Weinbergen, die es ja sonst nirgends gibt; und natürlich die Steillagen, in denen sie stehen.

Morgen werden wir noch Monorackbahn am Calmont, dem steilsten Weinberg Europas, fahren – darauf freue ich mich besonders. Außerdem war es eine interessante Erfahrung, eine Rebe als Moselherz zu binden. 

In Württemberg, wo ich herkomme, haben wir auch viele Genossenschaften, z.B. die

Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft in Möglingen. Es ist interessant, nun das rheinland-pfälzische Pendant und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennenzulernen.

Du studierst Agrarwissenschaften in Hohenheim. Welche Berührungspunkte gibt es zum Wein?

In meinem Studium geht es um alle Formen der Landwirtschaft. Bewusst gewählt habe ich unter den Sonderkulturen das Modul Weinbau und Sensorik. Weinbau finde ich spannend, da er vielfältiger ist als alle anderen Kulturen, sowohl im Anbau als auch in der Weinbereitung. Ich kann nicht erwarten, dass jedes Jahr dasselbe herauskommt, wenn ich eine Maßnahme durchführe. Es ist von Wein zu Wein eine neue Herausforderung, die mir gefällt. Die Vermarktung von Wein hat zudem eine emotionale Komponente wie kein anderes Landwirtschaftsgut. 

 

Was heißt es für dich, Deutsche Weinkönigin zu sein? Findest du, dass die Krone noch ein zeitgemäßes Frauenbild transportiert?

Der Titel Weinhoheit ist mit einem Widererkennungswert verknüpft, der durch die Krone sichtbar wird. Die Tradition haben nur wir hier in Deutschland und das macht es in der Welt zu etwas Besonderem. Die Funktion einer Weinkönigin hat sich im Vergleich zu früher sehr gewandelt. Ich bin durch das Amt eine neutrale Ansprechperson für deutschen Wein – sowohl Konsumenten als auch Produzenten teilen mir unverstellt ihre Erfahrungen und ihre ehrliche Meinung mit. Das macht das Amt sehr spannend, man gewinnt Einblicke, die man als Angestellter eines Unternehmens oder als Winzer nicht bekommt. 

Was verbindest du mit einer Genossenschaft?

Ich finde das Modell absolut zeitgemäß. Genossenschaft ist eine Arbeitsform des Austauschs und der Gemeinschaft. In der Gesellschaft ist die Isolierung des Einzelnen als Trend festzustellen, der vermutlich sehr mit unserer neuen digitalen Welt zu tun hat – die Genossenschaft ist ein schöner Gegenpol dazu. Deshalb sind die Werte einer Genossenschaft wichtiger und präsenter als je zuvor.

Früher hat man vielleicht die Genossenschaft nur als Institution verstanden, die einem ein gutes Traubengeld sichert, doch dies hat sich weiterentwickelt zu einer echten Form des gemeinsamen Wirtschaftens.

Aus weinbaulicher Sicht sind in einer Genossenschaft auch Projekte möglich, die ein einzelner Winzer nicht durchführen kann. Der Fokus liegt bei den Mitgliedern auf der Arbeit im Weinberg, die sich vielleicht mit einer ganz anderen Intensität diesem Schritt der Weinproduktion widmen können.